2. Spieltag - Bericht | Wölfersheim siegt nach Schlussdrama hauchdünn
Schweitzer am Samstag sehenswerter als die Schweiz.
Mit dem SKC Nibelungen Lorsch II gastierte am zweiten Spieltag der Hessenliga ein echter Prüfstein in Wohnbach. Die Gäste hatten die vergangene Saison auf dem dritten Tabellenplatz abgeschlossen und zählen damit, ebenso wie die zweitplatzierten Wölfersheimer, zum erweiterten Favoritenkreis der Liga. Entsprechend erwarteten Spieler und Zuschauer eine enge und hochklassige Begegnung zwischen zwei Mannschaften, die über zahlreiche erfahrene und leistungsstarke Akteure verfügen.

Im Startblock bekamen die Zuschauer direkt Kegelsport auf Bundesliga-Niveau geboten. Die neuen Wohnbacher Bahnen liefen zur höchstform auf und im Duell zwischen Lars Schweitzer und Dominik Menke trafen zwei Spieler aufeinander, die von Beginn an keine Kompromisse eingingen. Für die R09 erwischte Lars einen Traumstart und spielte auf den ersten beiden Bahnen groß auf. Mit starken 174:152 und 177:149 Kegeln verschaffte er sich früh einen komfortablen Vorsprung und brachte die Zuschauer erstmals zum Staunen. Dominik Menke zeigte jedoch anschließend seine Klasse und kämpfte sich eindrucksvoll zurück in die Partie. Die dritte Bahn gewann der Lorscher mit 178:163 Kegeln, ehe er auch auf der Schlussbahn mit 159:144 Kegeln die Oberhand behielt. Damit stand es nach Satzpunkten 2:2. Dank seines zuvor herausgespielten Vorsprungs behielt Lars jedoch mit überragenden 658:638 Kegeln die Nase vorn und sicherte R09 Wölfersheim den ersten Mannschaftspunkt des Tages.

Nicht weniger sehenswert verlief die Begegnung zwischen Hendrik Lüftner und Nico Zschuppe. Beide Akteure lieferten sich über die gesamte Distanz ein Duell auf höchstem Niveau. Dabei erwischte der Lorscher den besseren Start und sicherte sich die ersten beiden Bahnen mit 167:156 sowie 169:164 Kegeln. Hendrik hielt den Rückstand jedoch in Grenzen und blieb über das Gesamtergebnis in Schlagdistanz.
Die wohl duellentscheidende Situation folgte auf der dritten Bahn. Beide Spieler erzielten exakt 148 Kegel und teilten sich die Satzpunkte. Damit war der Mannschaftspunkt rechnerisch bereits an Nico Zschuppe vergeben, der zu diesem Zeitpunkt auf 2,5 Satzpunkte kam. Für Hendrik ging es dann noch darum, möglichst viele Kegel für das Mannschaftsergebnis zu sichern.
Der Wölfersheimer ließ sich davon nicht entmutigen und zeigte auf der Schlussbahn nochmals seine ganze Klasse. Mit einem deutlichen 155:137 Bahnsieg kämpfte er sich im Gesamtergebnis sogar noch an seinem Gegner vorbei. Zwar ging der Mannschaftspunkt mit 2,5:1,5 Satzpunkten an Nico Zschuppe, doch Hendrik holte mit seinen letzten Würfen wichtige Kegel für sein Team.
Nach dem ersten Block lag man beim Stand von 1:1 Mannschaftspunkten mit nur 22 Holz in Führung und durfte auf den weiteren Verlauf gespannt sein.
Im Mittelblock lag die Verantwortung auf den Schultern von Patrick Lüftner und Andreas Weigand.
Patrick Lüftner bekam es mit Mario Mahler zu tun und entwickelte sich dabei zu einem der Schlüsselduelle des Nachmittags. Zunächst erwischte der Lorscher den besseren Start und gewann die erste Bahn mit 146:131 Kegeln. Patrick ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und spielte auf der zweiten Bahn groß auf. Mit herausragenden 183 Kegeln gegen 147 Kegel seines Gegners drehte er das Duell eindrucksvoll und sorgte gleichzeitig für einen wichtigen Vorsprung in der Gesamtholzzahl.
Mario Mahler blieb jedoch stets gefährlich und entschied die dritte Bahn mit 151:139 Kegeln erneut für sich. Vor der Schlussbahn war die Begegnung damit völlig offen. Patrick zeigte in dieser Drucksituation Klasse und sicherte sich etwas glücklich die letzte Bahn mit 149:148 Kegeln denkbar knapp. Damit stand es am Ende 2:2 nach Satzpunkten. Dank seiner überragenden zweiten Bahn und des besseren Gesamtergebnisses von 602:592 Kegeln ging der Mannschaftspunkt jedoch an den Wölfersheimer.
Auf den Nachbarbahnen entwickelte sich zwischen Andreas Weigand und Stefan Wernz ebenfalls eine Begegnung auf hohem Niveau. Andreas konnte die erste Bahn noch knapp mit 166:164 Kegeln für sich entscheiden, ehe Stefan Wernz zunehmend das Kommando übernahm und die drei folgenden Bahnen gewann. Mit starken 628 Kegeln zeigte der Lorscher eine hervorragende Leistung und sicherte sich den Mannschaftspunkt. Andreas hielt mit 586 Kegeln dagegen und sammelte wichtige Kegel für das Mannschaftsergebnis.
Nach dem Mittelblock blieb die Begegnung weiterhin völlig offen. Beide Mannschaften konnten jeweils ein Duell für sich entscheiden, wobei Lorsch auf Grund der besseren Ergebnisse nun mit 10 Holz in Führung lag.
Im Schlussblock lag die Entscheidung schließlich in den Händen von Daniel Rödl und Tobias Wolf. Dirk Bonarius fehlte weiterhin verletzungsbedingt. Nach den ausgeglichenen ersten beiden Blöcken war bereits abzusehen, dass sich die Begegnung sowohl über die direkten Duelle als auch über die Gesamtholzzahl entscheiden würde.
Tobias Wolf bekam es mit Tim Gutschalk zu tun und zeigte dabei eine enorm nervenstarke Leistung. Bereits auf der ersten Bahn setzte er sich mit 154:150 Kegeln knapp durch. Noch wichtiger war die zweite Bahn, die Tobias mit 142:131 Kegeln ebenfalls für sich entschied und sich damit eine hervorragende Ausgangsposition verschaffte. Tim Gutschalk gab sich jedoch nicht geschlagen und meldete sich auf der dritten Bahn eindrucksvoll zurück. Mit starken 163:135 Kegeln verkürzte der Lorscher und machte das Duell nochmals spannend. In der entscheidenden Phase bewies Tobias jedoch seine ganze Klasse. Mit einer starken Schlussbahn von 157:124 Kegeln ließ er nichts mehr anbrennen und sicherte sich mit 588:568 Kegeln sowie 3:1 Satzpunkten den Mannschaftspunkt. Es sollte der einzige klare Sieg nach Satzpunkten an diesem Nachmittag bleiben.
Auf den Nachbarbahnen erlebte Daniel Rödl dagegen einen gebrauchten Tag. Gegen Marcel Schneider fand der Wölfersheimer nur selten zu seinem gewohnten Spiel und musste immer wieder kleinere Unsicherheiten in Kauf nehmen. Zwar gelang ihm mit 151:143 Kegeln ein erfolgreicher Start, doch anschließend übernahm Schneider zunehmend die Kontrolle über die Partie. Die zweite und dritte Bahn gingen mit 143:134 sowie 145:127 Kegeln an den Lorscher. Daniel kämpfte bis zum Schluss um jeden Kegel und gewann die Schlussbahn nochmals deutlich mit 154:136 Kegeln. Dennoch reichte es bei einem ausgeglichenen Satzverhältnis von 2:2 nicht mehr zum Mannschaftspunkt. Mit denkbar knappen 567:566 Kegeln hatte Marcel Schneider am Ende lediglich einen Kegel mehr auf seinem Konto und sicherte damit den Punkt für die Gäste.
Dass man sich am Ende riesig über einen 5:3 Sieg in einem packenden und spannenden Spiel freuen darf, liegt einerseits an den grandiosen Nervenstärke unserer Schlussspieler anderseits aber auch an den überragenden Ergebnissen, die bereits zu Beginn der Partie gezeigt wurden. Allen voran Lars Schweitzer, der im ersten Heimspiel für R09 persönliche Bestleistung, sowie Bahnrekord in Wöfersheim spielte. Ebenfalls trumpfte unser 16 Jähriger Hendrik abermals mächtig auf und schraubte den U19 Bahnrekord in große Höhe.


Am kommenden Wochenende geht es dann zu den Kegelfreunden aus Obernburg, die ebenfalls mit 4:0 Punkten in die Saison gestartet sind. Nach den Ergebnissen in den letzten Spielen darf man sich dort ebenfalls auf ein spannenden Spiel freuen, wo die Mannen um Dirk Bonarius endlich mal wieder Punkte entführen wollen.




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